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Home / Fachabteilungen /  Dermatologie /  Wichtige Hauterkrankungen von A - Z /  Eosinophiler Granulom-Komplex (EGK) und Feline Selbstinduzierte Alopezie (FSA). 02.07.2016

Was versteht man unter EGK und FSA?

Der Eosinophile Granulom-Komplex setzt sich aus 3 Krankheitsbildern zusammen: Dem sogenannten eosinophilen Plaque, dem eosinophilen Granulom und dem indolenten Geschwür, die auch in Kombination miteinander und mit der FSA auftreten können.

1. Eosinophile Plaques sind rote, haarlose und erhabene Stellen, die sich ?einzeln oder perlschnurartig hintereinander- bevorzugt im Bereich von Bauch, Innenschenkeln und Innen- oder Außenseite der Hintergliedmaßen befinden, gelegentlich auch am Hals. Sie sind nicht zu übersehen, weil sie stark jucken und von der Katze ständig bearbeitet werden. Dementsprechend häufig sind die dann durch Bakterien infiziert und zeigen Krusten, verklebte Haare im Randbereich etc.

2. Eosinophile Granulome sehen aus wie kleine rote Tumore und sind gut sicht- und fühlbar in einer Linie angeordnet, die Haare bleiben oft darüber erhalten. Bevorzugt treten sie an der Rückseite der Hintergliedmaßen auf, oft sogar symmetrisch. Sie jucken meistens nicht und werden dann zufällig beim Streicheln entdeckt. Am häufigsten sind hiervon junge Katzen betroffen (6-12 Monate alt), und die Veränderungen können auch spontan wieder abheilen.

3. Das indolente Geschwür befindet sich an der Oberlippe im Bereich der Nasenmitte, kann auch bis zu den Eckzähnen reichen. Auch die Mundhöhle, speziell der Gaumenbereich, können mit betroffen sein. Das indolente Geschwür beginnt meist unbemerkt mit einer Rötung, gefolgt von Schwellung, Haarverlust und bräunlich-glänzender Oberfläche. Trotz seines mitunter dramatischen Aussehens juckt es nicht und ist auch nicht schmerzhaft.

Befinden sich entsprechende Veränderungen in der Mundhöhle, speziell im Gaumenbereich, kann es zur Schädigung kleinerer Blutgefäße und zu Blutungen aus dem Mund kommen.




Bei der FSA leckt sich die Katze übermäßig die Haare aus, bevorzugt im Bereich des Bauches, der Rückseite der Vordergliedmaßen, der innen- und Rückseite der Hintergliedmaßen und des Rückens (Faustregel: überall da, wo man mit der Zunge bequem hinkommen kann, fehlen die Haare, niemals am Kopf und im oberen Halsbereich). Etwa 90% der Katzen tun dies nicht vor den Augen des Besitzers, sondern heimlich (draußen, in Abwesenheit des Besitzers, in einem anderen Zimmer, unter dem Sofa etc.).




Die einzigartige Oberfläche der Katzenzunge führt dazu, dass die Haare komplett fehlen, ohne dass die Hautoberfläche die geringste Veränderung zeigt. Aus diesem Grund wurde die Erkrankung auch früher als Hormonstörung angesehen, da (beim Hund!) Haarausfall bei intakter Haut und ohne Juckreiz als typisches Zeichen einer Hormonstörung gilt. Die FSA ist aber in den allermeisten Fällen eine Reaktion auf Juckreiz. Dessen Ursachen sind prinzipiell die gleichen und die Abklärung die gleiche wie beim EGK.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Vorbericht, Alter und Lebensgewohnheiten der Katze liefern erste Hinweise auf die Art der Erkrankung und mögliche Auslöser. Eosinophiles Granulom und eosinophile Plaque haben ein typisches aussehen und einen typischen zytologischen Befund, können auch noch zusätzlich durch Entnahme und untersuchung von Gewebeproben bestätigt werden. Das indolente Geschwür sollte trotz des mitunter ?typischen? Aussehens per Gewebeprobe bestätigt werden, da es verschiedene Tumoren gibt, die ähnlich aussehen können oder aich in dem veränderten Gewebe entwickelt haben (dies gilt insbesondere für Veränderungen im Bereich der Mundhöhle und für schon lange bestehende Veränderungen).

Bei der FSA ist die Untersuchung von Gewebeproben nicht ergiebig, da die Hautveränderungen fehlen und die Haare weggeleckt wurden. Eine einfache Untersuchung liefert hier die Diagnose: schaut man sich unter dem Mikroskop Haare aus dem Randbereich der veränderten Stelle an, kann man sehr leicht die geschädigten Haarspitzen sehen ? die Haare sind massiv traumatisiert, bei einer hormonellen Störung hingegen sähen sie ganz normal aus.

Welche Ursachen gibt es?

Ursachen für den EGK und die FSA sind hauptsächlich Parasiten, Allergien und Allergien auf Parasiten. Beim EGK konnte eine erbliche Komponente (gehäuftes Auftreten in bestimmten Katzenfamilien) nachgewiesen werden.

Bei der Suche nach der Ursache gibt es zahlreiche Empfehlungen, die auf den Einzelfall abgestimmt werden müssen (Einzeltier oder Mehr-Tier-Haushalt, Freigang oder nicht, Kontakte zu anderen Tieren ...).

Wie kann man die Ursache finden?

Als erstes wird intensiv nach Parasiten gesucht. Begonnen wird mit der Untersuchung auf Flöhe/Flohkot, da gerade bei Katzen mit Freigang eine Flohallergie zu den häufigsten Ursachen eines EGK gehört. Bei den Milben wird insbesondere nach Cheyletiellen, Ohrmilben und evtl. Notoedres-Milben gesucht.

Sind Parasiten nicht sicher auszuschließen, wird eventuell diagnostisch auf sie behandelt ? gerade Katzen, die intensive Fellpflege betreiben, schlucken Parasiten und deren Eier häufig mit ab, so dass sie nicht mehr auf der Katze, sondern bestenfalls im Kot zu finden sind.

Bei den allergischen Ursachen sind neben der Flohallergie Allergien auf Bestandteile im Futter (?Futterallergie?) oder auf Aeroallergene (?Atopische Dermatitis?) die häufigsten Auslöser dieser Reaktionsmuster. Die Abklärung einer ?Futterallergie? durch entsprechende Futterumstellung kann gerade bei Katzen, die Freilauf gewohnt sind, mitunter schwierig oder unmöglich sein.

Wie wird behandelt?

Die gezielte Behandlung der Ursache und deren Vermeidung ist zweifellos die beste Therapie (beispielsweise bei einer Allergie auf Milchprodukte deren konsequente Vermeidung), aber nicht immer möglich oder praktikabel. Ist die Ursache eine Flohallergie oder eine allergische Reaktion auf (ektopische) Ohrmilben, ist eine konsequente vorbeugende Behandlung unbedingt erforderlich ? in dieses Programm sollten möglichst alle Kontakttiere mit aufgenommen werden.

Die symptomatische Behandlung wird parallel oder im ungünstigen Fall ausschließlich durchgeführt. Sie besteht aus der Verabreichung entzündungshemmender, juckreizmindernder und antiallergischer Medikamente (Corticoide entweder als Tabletten, wenn nicht möglich als Spritzen, Antihistaminika, evtl. auch Cyclosporin A oder in seltenen Fällen Zytostatika).

Sind Sekundärinfektionen vorhanden, sollten natürlich hautwirksame Antibiotika und evtl. auch örtliche antibakteriell wirkende Präparate wie Chlorhexidinlösung zur Anwendung kommen.
Extreme Fälle von indolenten Geschwüren werden mitunter mit speziellen Lasern therapiert.



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