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Haarlosigkeit
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30.07.2010
Welche Ursachen können der Haarlosigkeit zugrunde liegen?
Angeborene Haarlosigkeit
tritt bei Hunden und Katzen außer bei speziellen Rassen wie beispielsweise dem Mexikanischen Nackthund selten auf. Sie ist entweder eine Folge von fehlerhafter Anlage, fehlerhafter Entwicklung oder Rückbildung der Haarfollikel und tritt nicht selten mit anderen Veränderungen, beispielsweise der Pigmentierung, zusammen auf.
Erworbene Haarlosigkeit
Wesentlich häufiger ist die Haarlosigkeit durch den Verlust bereits vorhandener Haare. So können Entzündungsreaktionen im Bereich der Haarfollikel zur Zerstörung und damit Verlust der Haare in den Follikeln führen. Der Haarwachstumszyklus selbst bleibt dabei ungestört.
Beim normalen Haarwachstumszyklus wird das Haar gebildet, wächst, stirbt ab und wird durch das neue nachwachsenden Haar im Haarfollikel ersetzt.
Bei hormonellen Störungen werden weniger Haare gebildet als verloren gehen. Man spricht vom „telogenen Arrest“. Die überalterten abgestorbenen Haare fallen irgendwann aus und werden nicht durch neue ersetzt, der Patient wird immer haarloser.
Der gleiche Mechanismus kann bei empfindlichen Tieren auch durch manche Medikamente, v.a. Kortisonpräparate, ausgelöst werden.
Vergiftungen, die die Haarfollikel direkt schädigen, sind sehr selten.
Die Ursachen von Über- bzw. Fehlreaktionen des Immunsystems, die sich gegen den Haarfollikel oder Teile davon richten und ihn dauerhaft oder vorübergehend schädigen (und damit zu Haarverlust führen), sind bei Mensch und Tier Gegenstand intensiver Forschung.
Beispiele für entzündlich bedingten Haarausfall:
• Bakterien, v.a. Staphylococcus intermedius
• Hefepilze (Malassezia pachydermatitis)
• Demodex-Milben (-> Demodikose)
• Dermatophyten (-> Pilzinfektionen)
• Selbsttraumatisierung infolge Juckreiz (durch Parasiten, Allergien etc.)
Beispiele für hormonell bedingten Haarausfall:
• Schilddrüsenunterfunktion
• Cushing-Erkrankung (auch: Cortison-Behandlung bei Hunden mit niedriger Cortison-Toleranz)
• Hodentumore (v.a. Östrogen-produzierende)
• Eierstockstumore und –zysten
Beispiele für toxisch bedingten Haarausfall:
• Thallium-Vergiftung (extrem selten)
Beispiele für immunologisch bedingten Haarausfall:
• Alopecia areata
• Granulomatöse Talgdrüsenadenitis
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